Jahresabschluss am 09.12.2011 in Schmalfeld
Einen schönen Abend erlebten 100 Heimatfreunde, die am Freitag, 09. Dezember 2011, zur traditionellen Abschlussveranstaltung des Heimatvereins gekommen waren.
Seit 16 Jahren veranstaltet der Heimatverein seine Jahresabschlussfeiern immer mit einer Andacht in einer jeweils anderen Kirche im Kreis Segeberg. Danach geht es in ein dörfliches Lokal zu einem Festessen.
In diesem Jahr begrüßte der Vorsitzende Ernst Steenbuck die Teilnehmer in der Schmalfelder Gnadenkirche und begründete den Sinn dieser Veranstaltung so: „Wi wüllt an End vun`t Jahr löben und danken, dat allns so good loopen is in unsern Heimatvereen, dat vergang Johr hett dat goot mit uns meent - dorto de Andacht. Uns Karken sünd wichtige Kulturgöder in uns Heimat, de wi kennen leern wüllt. Darto schall de Andacht jedet Johr in een anner Kark sien. De ganz oolen Kirchen, de noch ut de Tiet vun de Christianisierung stammt, kunnen uns veel vertellen. De niegen Karken sünd Afflegger vun dee eenst grooten Karkspeeln, so ook de Schmalfelder Kark. De Lüd sünd bit 1970 na Kolnkarken to Kark goon. Bet 1811 hörten bi Struvenhütten dree Karken-Gaue tosamen, dat weer de Holstengau, de Stormarngau und de Gau Wagrien. Ook nu giff dat noch een wichtige Karkengrenz, de meerden dörch den Kreis Sebarg geiht. Sievershütten hört to den Karkenkreis Sebarg/Plön und Schmalfeld to Alt Holsteen.“
Ute Dwinger stellte in ihren Ausführungen die Kirche und die Gemeinde Schmalfeld vor. Dann erzählte Klaus Gröhn seine Geschichte vom "Blinden König", die am Schluss dieses Berichtes abgedruckt ist. Pastor Seidler wählte für seine Andacht das Thema "Heimat". Drei plattdeutsche Kirchenlieder und gemeinsame Gebete rundeten die Andacht ab. Die Kollekte der heutigen Andachtsfeier soll für die Aktivitäten der Pfadfinder-Jugendgruppe eingesetzt werden.
Um 19:30 Uhr saßen alle im Saal von Gerths Gasthaus in Struvenhütten zu Tisch. Klaus Stegemann begrüßte die Teilnehmer im Namen der Reise AG. Als kleines Dankeschön für ihre ehrenamtliche Arbeit bei den drei Ausfahrten überreichte Ernst Steenbuck jeweils einen Blumenstrauß an Elfriede Thierbach, Gunther Köfer und Klaus Stegemann. Dann wurde der Hirschbraten mit allem, was dazu gehört, serviert - sehr lecker! Hinzu kam ein besonderer „Nachtisch“: Ute Dwinger stellte zunächst verschiedene Waffeleisen und Pförtchen-Pfannen vor. Dazu wurden Rezepte für Neujahrskuchen, Pförtchen und Waffeln vorgestellt. Sie wurden den Gästen von fleißigen Frauen, die sie auch gebacken hatten, an den Tischen gereicht. Ein paar lustige Geschichten wurden vorgelesen, und dann wurde der schöne Abend beendet.

Ute Dwinger aus Schmalfeld stellte verschiedene Neujahrskuchen mit vor. Sieben Frauen des Heimatvereins hatten die verschiedenen Kuchen gebacken und boten den Gästen bei einer Tasse Kaffe als Nachtisch an. Die teilweise alten Rezepte wurden gleich mitgeliefert.

Pfördchen, auch Ochsenaugen genannt, gehörten zu den Neujahrskuchen, die hier von Annelene Plambeck angeboten werden.
De blinne König
Dor weer mal een König, de harr een schönet, grootet Riek; över veele Johrn harr he goot regeert.
Man, as he öller wörr, do bleev eens Daags sien Fruu doot, und he föhl sik in veele Stünn doch recht so verlaaten und alleen. All sien Gruveln hölpst em nich, und an`n Enn wörr dat üm em herüm ganz düüster: He wörr blind!
He möch meist nich mehr leven - doch eens Nachts harr he `n schönen Droom; dorin harr he een Stimm hört, de em segg harr: „In dien Riek givt dat wat, dat is so hell und schön wie een Licht - een Licht, na dat du so lengst und schmachst; dit Licht kann funnen warrn, und anner Minschen könnt di daat bringen!“
Glieks den nächsten Dag vertell de ool König sien dree Kinner von sien Droom, und de wullen ja ook forts losgahn und dat Licht söken.
De Eerst, de wedder torüch keem, weer de öllst Jung - und wat harr he mitbröcht? Een ganz grooten Speegel; den stell he in `n Thron-Saal oprecht so hin, dat de volle Sünn rinschienst in den Ruum und em ganz hell möök. De Jung nöhm den Vadder bi de Hand und föhrst em rin in den grooten Saal - de König dreih den Kopp hin und her, aver von dat Licht kunn he nix wohrnähmen.
Den tweeten Söhn güng dat ähnlich so, as de sienen Vadder een golden Keed, Eddelsteens und Silbertüch op`n Disch leegst.
Toletzt keem de Jüngste torüch, den König sien hübsche Dochter; de Prinzessin müss bekennen, dat se meist mit lerrige Händ dorstünn - se ümarmst ehren Vadder und segg: „Ik heff dat Wunnerlicht vör di nich funnen, leeve Vadder, aver ünnerwegens heff ik ganz veele Lüüd drapen, de heel fründli und nett to mi weern, as ik ehr von dien Leed vertellst - all hebbt se seggt: Se denk mit veel goode Wünsch und Wöörd an di, und se dank di ook von Harten, wat du in all de Johrn Goodes för ehr daan hest!“
Do vertrock de ool König so `n beeten dat Gesicht und segg: „Dat Wunnerlicht, dat givt dat denn ja wohl nicht; aver, mien Deern, wat du mi vertellt hest, dat deiht mi goot, un nu warrt dat `n beeten heller und lichter üm mi rüm!“
Jahresabschluss am 20.11.2009 in Sievershütten
Zum Jahresabschluss trafen wir uns am 20. November zunächst um 18.00 Uhr in der Petrus-Kirche in Sievershütten. Es waren wiederum über 80 Mitglieder und Freunde des Heimatvereins, die das letzte Zusammensein im Jahr in besinnlicher und fröhlicher Runde suchten. Pastor Schott von der Kirchengemeinde Stuvenborn-Seth-Sievershütten und Ernst Steenbuck als Vorsitzender des Heimatvereins begrüßten uns in der nahezu voll besetzten Kirche Diese moderne Kirche wurde vor 40 Jahren am 19. November 1969 geweiht, erst im April 1989 fiel allerdings die Entscheidung zur Namensgebung „Petruskirche“. Eine an ihrer Stelle im Jahre 1902 erbaute und von den Sievershüttenern sehr geschätzte Kapelle musste seinerzeit wegen baulicher Mängel abgerissen werden. Die heutige Kirche ist mit einem Altarkreuz, hölzernen Kerzenständern, einer aus Dresden stammenden Orgel sowie mit einem Taufbecken ausgestattet. Die Fenster sind mit bunten Petrus-Geschichten bleiverglast. Das Relief „Jesus beruft Petrus“ ist ein Geschenk des Bansiner (Insel Usedom) Pastors Alexander Neumann. Im Rahmen der für uns von Pastor Schott gestalteten Andacht, die er selbst mit Gesang zum Gitarrespiel abschloss, hörten wir schöne Orgelklänge (Organistin Frau Dreesen), konnten Bilder der früher von den Sievershüttenern besuchten Sülfelder Kirche betrachten (vorgestellt von Ernst Steenbuck) und erwarteten gern die von Klaus Gröhn, Schackendorf, vorbereitete plattdeutsche Geschichte: Nach dem Besuch der Kirche trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen im „Dorfhaus“. An den Tischen wurde ausgiebig geplaudert, und mit kleinen Beiträgen aus unseren Reihen rundete sich der Abend. Vorstandsmitglied Klaus Stegemann bedankte sich dabei für das Interesse an der Arbeit des Heimatvereins, insbesondere auch für die rege, sich steigernde Teilnahme an den Ortsbegehungen im Kreis Segeberg sowie an den Tagesfahrten und dem Ausflug nach Halle und weitere Umgebung. Er hob die intensive und umfassende, meist als Leitlinie vorgegebene Arbeit des Kreisvorsitzenden Ernst Steenbuck ausdrücklich hervor und verband damit neben einem Dank zugleich die Hoffnung auf weitere führende Begleitung des Heimatvereinsgeschehens. Ebenso galt ein Dank mit Anerkennung für unentwegte und erfolgreiche Arbeit im Heimatverein dem stellvertretenden Vorsitzenden Hans Rahlf, Bad Segeberg, der wenige Tage zuvor mit der Ehrenmedaille des Amtes Trave-Land ausgezeichnet worden war. Diese Auszeichnung gilt in erster Linie der hervorragenden Arbeit für das Amtsarchiv einer wertvollen Aufgabe auch im Interesse des Heimatvereins.
Mit guten Wünschen zur Advents- und Weihnachtszeit sowie für den Jahreswechsel auf 2010 und mit der Hoffnung auf weitere Begegnungen wurde der Abschlussabend beendet.
(Klaus Stegemann)
De Zettel in‘n Sülver-Rahmen
De Rutgeever von een groote Zeitung kreeg mal Besöök von sien oolen ‚Schoolfründ; de beiden seeten in dat Büro von den Huus-Herrn und vertellen sik wat över de oolen Tieden. Dorbi füll den Besööker wat in ‘t Oog: Över den Schriefdisch hüng een sünnerbores Bild in ‘n Sülver-Rahmen - dat heet een Bild weer dat gor nich - mehr so ‘n lütten verknüllten Zettel - mit ‘n poor Wöörd op. De Fründ wörr niescheerig, wat dat woll to bedüden harr. Do vertell de Zeitungs-Mann em een ganz oole Geschieht - he segg: „Den lütten Zettel kunn und kann ik nich wegschmieten, de bedüd mi wat - und dat keem so: As ik als junge Redaktöör bi een lütte Zeitung anfungen weer, do lööp dat in de erste Tiet ganz goot an - ik harr mien seker Inkamen, heff heirat, und bald harrn wi dree Kinner: Olaf, Age und Per. Fief Johr lang duerst uns Glück - do aver müss de Zeitungs-Bedriev dicht maken. Ik keem woll noch für ‘n korte Tiet bi ‘n anner Zeitung ünner - aver ook nich lang. - As dor de letzte Utgav druckt weer, wanks ik avends na Huus - mööd und matt - ohn Arbeit und ohn Geld. As ik mien Fruu dat vertellt harr, hebbt wi beiden uns erstmal utweent. Se hett ja noch versöcht, mi ‘n beeten optomuntern - aver de Tokunft seeg to schlecht ut - överall worrn de Lüüd entlaten, und veele Bedrieve möken de Dören dicht. Uns dree lütten Jungs harrn in de Stuuv - blang an - seeten und sik all‘ns mit anhört. As se annern Morgen all ut ‘t Huus weern - to School oder in‘n Kinner-goorn - do güng ik wedder - wi ümmer - in mien Stuuv und sett mi an‘n Schriefdisch - woto eegentiich? - dach ik. Und as ik denn so in ‘n Papier-Korf keek, do finn ik dor Splitter und Stücken von‘n Spoor-Schwien, und op‘n Schriefdisch, achter een Schrief-Mapp, dor leeg een Handvull Hart-Geld, schön opstapelt - und ünner dat Geld, dor steek een Zettel - op den stünn in Kinner-Schrift: „Lieber Papa, gib nicht auf - Papa, wir glauben an Dich! Olaf, Per und Age!“ Dat güng mi ünner de Huut und geev mi ‘n Ruck. Ik bün opsprungen, bün losgahn und heff mi wedder Arbeit söcht - und heff ook wat funnen. Siehst du, mien leeve Schoolfründ, versteihst du nu, dat ik dissen Zettel nich wegschmieten kunn - dor kann ik mi hüt noch över freuen und an oprichten!“
(Klaus Gröhn)
Protokoll über eine Besprechung über Möglichkeiten für Jugendarbeit im Heimatverein am 23. Nov. 2010 in der Mühle, Bad Segeberg
Anwesend:
Vom Verein f. Jugend u. Kultur im Kreis Segeberg e.V.:
Herr Fiesinger und Frau Paffendorf
Vom Ausschuss für Jugendarbeit im Heimatverein des Kreises Segeberg, (gewählt auf der Jahreshauptversammlung am 23. 10.2010):
Petra Wede, Irmtraut Falck, Sebastian Selchow, Natascha Clement.
Vom Vorstand:
Ernst Steenbuck und Hans Rahlf.
Zur weiteren Mitarbeit bei den Jugendaktivitäten bereit:
Andreas Hall, Friedrich Hamburg.
Ernst Steenbuck begrüßt die Anwesenden und erläutert, wie er sich eine zukünftige Jugendarbeit vorstellt. Es soll versucht werden, die Jugendarbeit unter dem Dach des Heimatvereins zu aktivieren. Natur und Heimatkunde, Geschichtsbewusstsein, die plattdeutsche Sprache, Lesen, Singen und Theater sollen bei der Gestaltung von Seminaren im Vordergrund stehen. Es ist derzeit nicht beabsichtigt, eine örtliche Jugendgruppe zu gründen, was nicht ausschließt, dass es später dazu kommt.
Ansprechpartner
Ernst Steenbuck wird eine Personenliste von Lehrern, Lehrerinnen und ehrenamtlichen Betreu-ern, die in den Schulen plattdeutschen Unterricht erteilen, erstellen. Später soll auch eine Namensliste der interessierten Kinder und Jugendlichen folgen.
Möglichkeiten für Jugendarbeit im Heimatverein
Ausgangspunkt bildet der Lesewettbewerb „Schölers leest Platt“, der bis dato nur als Vorlese-wettbewerb ohne nachfolgende Betreuung der Teilnehmer durchgeführt wurde.
In diesem Jahr wurde jedoch in einer Zusammenarbeit mit dem Wildpark Eekholt dort sehr erfolgreich „En Dag op Platt för Kinner“ veranstaltet.
Was können wir verbessern?
In Kooperation mit dem Verein für Jugend u. Kultur im Kreis Segeberg könnten diese Aktivitä-ten weiter ergänzt und verbessert werden.
Zielvorstellung
Oberstes Gebot:
Terminkalender muss überschaubar bleiben, unsere ehrenamtliche Arbeit soll nicht überfordert werden.
Themen:
Natur- und Heimatkunde, Lesen, Singen, Theater, Geschichten erzählen und bei Veranstaltungen (u.A. Krink) Unterstützung der Programmgestaltung.
Einladungen zu Tages-Seminaren
Könnten erfolgen durch den Heimatverein, den Landesverband JSHHB oder den Verein f. Ju-gend u. Kultur im Kreis Segeberg e.V.
Leitung, Betreuung, Partner
Herr Fiesinger bietet eine kooperative Zusammenarbeit mit der Jugendbildungsstätte (ab Februar 2011 JugendAkademie Segeberg in der Marienstraße 31) an, um dadurch auch die kostenfreie Inanspruchnahme der räumlichen und personellen Hilfen der Jugendbildungsstätte bzw. des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit im Kreise Segeberg e.V., dessen Mitglied unser Heimatverein bereits ist, in Anspruch nehmen zu können.
Die Organisation und Arbeit sollte nach Möglichkeit auf mehrere Personen verteilt werden, z.B. auf Personen, die Plattdeutschunterricht in den Schulen gestalten, hauptamtliches Personal des Vereins f. Jugend u. Kultur im Kreis Segeberg e.V. und die gewählten Personen des Jugendausschusses (siehe oben).
Terminplanung für 2011
Lesenacht mit 20 Kindern/Jugendlichen:
Freitag, 1. April 2011, 18:00 Uhr bis Sonnabend 02. April, 08:30 Uhr:
Theaterseminar:
am Sonnabend, 10. September 2011, ca. 13.00 bis 18:00 Uhr
Natur und Heimatkunde im Zeltlager Wittenborn:
im Mai/Anfang Juni; der genaue Termin muss noch bestimmt werden.
Interessierte Personen/Kinder/Jugendliche können sich bereits jetzt bei Ernst Steenbuck, Struvenhüttener Straße 13, 24641 Sievershütten (Tel.: 04194 680) melden.
Kostenrechnung
Die Unkostenberechnung bei kooperativen Veranstaltungen würde der Verein f. Jugend u. Kultur im Kreis Segeberg e.V. (Herr Fiesinger und Frau Paffendorf) unter Mitwirkung des Heimatvereins (Rechnungsführer: Friedrich Hamburg) regeln.
Pressebericht
Über die vereinbarte jugendarbeitbezogene Kooperation zwischen Heimatverein und der Ju-gendAkademie Segeberg soll zu passender Zeit eine gemeinsame Presseerklärung an die Tages- und Wochenzeitungen gehen.

